11 Mai

Jugendgeschichtsarbeit

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Aktuell: Projekt „überLAGERt“: OberschülerInnen der Ludwig Witthöft Oberschule Wildau erforschen das ehemalige KZ-Außenlager Königs Wusterhausen.

Update 14.06.17: Drei Schüler forschten im Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen: bei unserem zweiten Besuch am Ort des ehemaligen KZ konnten wir die aufbewahrten Unterlagen zum ehemaligen Außenlager Königs Wusterhausen einsehen. Einiges kannten wir schon aus Publikationen. Vieles war neu und wir müssen es in den nächsten Wochen einordnen und besprechen. Auch durch ein Luftbild vom März 1945 ist uns das gesamte Ausmaß des Lagers bewusst geworden und auch,  dass das  schräg gegenüberliegende Gelände ein Kriegsgefangenen und/oder Zwangsarbeiterlager war. Offenbar gab es wirtschaftliche Verknüpfungen durch den Behelfsheimbau, z.Zt. fehlen uns hier noch Informationen. Klar ist uns jedenfalls, im Königs Wusterhausen der Jahre 1944 und 1945 war es für alle offensichtlich, dass hunderte KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter im Stadtgebiet interniert, untergebracht und ausgebeutet wurden. So konnten wir im Archiv einem dokumentierten Bericht zum KZ-Außenlager Königs Wusterhausen der zentralen Stelle zur Aufarbeitung in Ludwigsburg lesen, dass ehemalige Häftlinge von unmenschlicher Bestrafung in Königs Wusterhausen berichteten: Prügelstrafe und Stehen in der Kälte sowie von „unzureichender Verpflegung“.

Wir werden unseren Fokus jetzt auf die Biografien der ehemaligen Häftlinge, die Umstände des Überlebens im Ghetto Lodz und in den Konzentrationslagern legen. Außerdem wollen wir uns das Thema Zwangsarbeit heranwagen. Wir legen gerade die Orte fest, an denen der virtuelle Stadtrundgang stattfinden soll.

Leider konnten wir im Archiv von Sachsenhausen nicht, wie erhofft, Schülerarbeiten aus den 1970er Jahren zu unserem Thema auffinden.

Über Rückmeldung oder Ideen zu unserem Forschungsprojekt freuen wir uns sehr.

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Update 01.06.17: Das Wetter war erträglicher und die Gruppe hatte einen Termin im Stadtarchiv Königs Wusterhausen: im Archiv konnten wir die Namenslisten der Häftlinge einsehen, diese wurden bei einer früheren Forschung zusammengetragen. Das sind für uns wichtige Hinweise zur Auffindung der Biografien, die Teils publiziert/in Yad Vashem gesammelt wurden. Wir hatten Einblick in die Orginal-Unterlagen der Stadtverwaltung: so das Entschließungsbuch, in dem der Entschluss des Königs Wusterhausener Bürgermeisters vom 21.09.1944 über den Bau einer „Herstellungsstätte für den Bau von Behelfsheimen auf dem staatlichen Gelände östlich des Güterbahnhofs zu beiden Seiten der Senziger Chaussee wird städtischerseits gebilligt, ebenso die Errichtung eines dazugehörigen Lagers mit ungefähr 500 bis 600 Häftlingen“. Außerdem konnten wir viel Material von früheren Forschungen sichten und Mengen von Kopien mitnehmen. Jetzt heißt es auswerten, besprechen und vor allem Lesen, lesen, lesen.

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Update 30.05.17: Gestern gab´s für die jungen Forscher kein Hitzefrei, sie besuchten stattdessen das Archäologische Landesmuseum in Brandenburg.

Der Leiter des Museums und des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege Dr. Thomas Kersting referierte über die Arbeit des Landesamtes im Zusammenhang mit den ehemaligen IMG_20170529_133546Standorten der KZ-Lager und Zwangsarbeitslager in Brandenburg. Außerdem wurde es praktisch, die Jugendlichen entzifferten von Blechtafeln (Adrema-Matritzen) die Namen von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen aus einem aktuellen Bodenfund. Ein kleine Überraschung gab es auch noch, dem Landesamt war das Gelände des ehemaligen KZ-Außenlager in Königs Wusterhausen offenbar bisher noch nicht bekannt. Das konnten wir ändern!

 

 

Projektbeschreibung: Über die KZ-Außenlager in Brandenburg ist in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt – auch über ihre Räumung durch die SS im Frühjahr 1945. Tausende KZ-Häftlinge starben. Das KZ-Außenlager in Königs Wusterhausen bestand ab Herbst 1944 bis April 1945. Am ehemaligen Standort in der Nähe des Bahnhofs Königs Wusterhausen erinnert eine Gedenktafel an die jüdischen Kinder, Frauen und Männer die dort eingesperrt waren. Die Wildauer Jugendlichen wollen sich bis Herbst 2017 mit dem KZ-Außenlager der Zeit des NS und vor allem mit den Biografien der Opfer beschäftigen.

Für den Oktober 2017 ist eine öffentliche Präsentation der Jugendgeschichtsarbeit geplant. Für Hinweise zu unserer Arbeit sind wir sehr dankbar. Insbesondere suchen wir ehemalige Schüler der Region die in ihrer Schulzeit zu diesem Thema forschten, uns wurde von einer Zeitzeugenbefragung um ca. 1969 berichtet.

Kontakt: lars.ulbricht@kjv.de

Das Projekt ist Teil des landesweiten „überLAGERt“ -Projekt des Landesjugenring Brandenburg e.V. gefördert durch die Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ und der F.C. Flick Stiftung – gegen Fremdenhass, Rassismus und Intoleranz

www.ueberlagert.de

 



2015: Projekt Spurensicherung 1945

Im Jahr 2015 beteiligten sich OberschülerInnen der Ludwig Witthöft Oberschule Wildau am Projekt Spurensicherung 19/45 des Brandenburgischen Museumsverbandes.

Dieses Jugendgeschichtsprojekt wurde mit einer Ausstellung der gesicherten „Spuren“ im Potsdam Museum vom 7.08-4.10 2015 abgeschlossen.

Die Wildauer Schüler konnten Erstaunliches zu Tage bringen. Sie steuerten eine zur Zellentür umgebaute Kellertür des Wildauer Wohnhauses in der heutigen Friedrich-Engels-Straße 68 zur Ausstellung bei. Dieses Haus war ab 1945 für kurze Zeit Kommandantur der sowjetischen Militäradministration in Wildau. Sie befragen Zeitzeuginnen aus Wildau und trafen die Überlebenden des KZ-Außenlager Königs Wusterhausen im Volkshaus Wildau. Außerdem wurde ein Brief eines französischen Zwangsarbeiters der im Wildauer Werk arbeiten musste aufgefunden und übersetzt werden.

Unser Dank gilt den Ortschronisten Wildau, insbesondere Frau Hornung, für die Unterstützung mit den Wildauer Zeitzeuginnen. Die Projektarbeit wäre ohne die großartige Arbeit von Frau Carl vom Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald e.V. aus Zeuthen, sie bemüht sich seit Jahren um die Kontakte zu den Überlebenden des KZ-Außenlagers Königs Wusterhausen,  nicht so erfolgreich verlaufen.

 

 


Projekt Zeitensprünge 2014: 25 Jahre nach dem Fall der Mauer – Wildauer Zeitzeugen berichten

Ab dem 01.01.2014 bis zum November 2014 beschäftigen sich OberschülerInnen mit dem Fall der Mauer und den Ereignissen vor Ort in Wildau und ihren Heimatorten.

Die Jugendlichen befragten Zeitzeugen und sammelten Informationen über den Alltag in der DDR. Ein wichtiger Teil der Projektarbeit bestand in der Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte und der Unterdrückung im Einparteienstaat. Im Focus stand die politische „Wende“ und die Ereignisse im Jahr 1990 in der Region. Beim Jugendgeschichtstag in Potsdam erfolgte eine Abschlusspräsention der Forschungsergebnisse.

Das Projekt Zeitensprünge wurde durch den Landesjugendring Brandenburg e.V. – Zeitwerk begleitet und durch die Stiftung Demokratische Jugend gefördert.

 

 

 

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