05 Jun

filmworkshop

SOMMER20.20 – ein digitaler Filmworkshop

Vom 29.06. bis 03.07.2020 erfahren 11 junge Menschen von Franziska Roloff Franziska Roloff in täglich 4 Stunden Videokonferenz viel Spannendes darüber, wie man Filme macht.Diese 11 Teilnehmer*innen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren werden gemeinsam mit der Dozentin ein professionelles Filmteam in seiner Gänze nachbilden. Alle Bereiche der Filmbranche sollen hier in kreativer Übersetzung mit dem Team angesprochen und ausgeführt werden. Thema, Texte, Dramaturgie, Setting, Kostüm, Kamera, Ton und natürlich Schauspiel werden von den TN selbstständig entwickelt und erarbeitet. Einzig allein die Tätigkeit des Filmschnitts wird Franziska Roloff übernehmen und die selbsterstellten Videosequenzen der Teilnehmer*innen zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Jeder Tag wird im virtuellen Raum mit gemeinsamen Ritualen begonnen und beendet. Mit digitalen Warmups starten wir und werden die neuen Möglichkeiten in dem Format Videokonferenz ausloten: virtuelle Ballspiele, Fragerunden und auch körperliche Betätigungen werden wir mit Spaß und der dazugehörigen Portion Humor ganz neu austesten und für einen guten Teamgeist einsetzen.
Zunächst wird Franziska Roloff die Methoden & künstlerischen Mittel, die sie in jahrelangen Erfahrung in ihren Theaterworkshops erfolgreich anwendet, auf die neuen Möglichkeiten mit dem digitalen Format transponieren. Das wird zum einen für skurrile Momente und fröhliche Ausgelassenheit sorgen, darüber hinaus ist dadurch eine künstlerische Entfremdung garantiert, die das Medium Film von seinen sonst üblichen „Kino- und Fernsehvorstellung“ abhebt und in eine vollkommen eigene Form bringt.
Wie gewohnt erlernen die TN mit dem adaptierten Handwerkszeug selbstständig zu agieren. Unsere Körpersprache ist auch in Videokonferenzen wichtig und deutbar. Deshalb sind Videomeetings attraktiver als Telefonkonferenzenen – wir sind uns eindeutig näher, wenn wir uns sehen können.
Dies schenkt einer Gruppe das nötige Vertrauen, damit wir ein gemeinsames Produkt erschaffen können. Ohne den Blickkontakt, wäre es vermutlich mit einer unbekannten Gruppe sehr befremdlich und obendrein auch wahnsinnig anstrengend. Durch den Bildschirm können wir aber unsere Mimik, Gestik, unsere Stimme und somit unsere gesamte Stimmung in das Teamereignis einbringen. Wir sind sichtbar und können dadurch gemeinsam handeln.
Das Team wird die schauspielerischen Basics erlernen und spielerisch am Bildschirm erproben. Jede(r) Teilnehmer*in kann sein/ihr schauspielerisches Talent nach Lust und Laune entfalten. In kleinen „Stummfilm-Sequenzen“ wird mittels des erlernten Handwerkszeug für jeden und jede eine ganz individuelle Ausdrucksform ermöglicht. Jeder präsentiert sich und seinen kleinen Monolog nach eigenen Vorlieben und Vorstellungen.
Durch die von der Theaterpädagogin angeleiteten Schreibwerkstätte, werden die Teilnehmer*innen Zeit und Raum erhalten, eigene kleine Texte zu kreieren. Die Teilnehmer*innen können im Anschluss ihre Textwerke als Sprachmemo selbstständig aufzeichnen und erneut an die Künstlerin schicken. Das Besondere an dieser Situation ist; vollkommen anders als im Theater: wir können wiederholen, solange, bis wir zufrieden sind. Reflexion, kritisches Überarbeiten und Eigenverantwortung werden hier trainiert und gleichzeitig unmittelbar durch ein vorzeigbares Ergebnis belohnt.
Nach demselben Verfahren werden die Filmsequenzen erstellt. Im Team ergründen wir geeignete Settings, die zum Film passend erscheinen: Landschaften, Stadtaufnahmen, Gegenstände, Haustiere, das eigene Zimmer, Details in der Natur…. Hier sind bewusst alle Grenzen in der optischen Wahrnehmung geöffnet. Sehr bewusst werden durch die künstlerischen Perspektivwechsel, die im Verlauf des Workshops trainiert werden, neue Sehgewohnheiten geschult. Dorthin, wo der individuelle Blick des Filmers einen Schwerpunkt setzt, wird die Handlung des Films gelenkt. Filmisches Knowhow werden wir in der Theorie besprechen und anschließend in der Praxis kann es von jedem/r Teilnehmer*in selbstständig erprobt werden. Es können beliebig viele Sequenzen gefilmt werden – jede(r) Teilnehmer*in entscheidet sich für seine Favoriten, die in das Filmergebnis am Ende einfließen sollen.
Zum Bild passende, aber auch bewusst konträre Tonaufnahmen, können die Teilnehmer*innen mit ihren Mobilgeräten aufnehmen und wir werden über die Entkoppelung von Bild und Ton, neue thematische Zusammenhänge erschaffen und spannende Gegensätze aufzeigen. Die Gruppe kann über die finale Szenenauswahl bestimmen und auch die dramaturgische Zusammensetzung im Team gemeinsam diskutieren.
Kostüme, Hintergrund, Maske dürfen vollkommen frei und losgelöst vom üblichen, filmischen Realismus zur Entfaltung kommen. Für die kreativen Möglichkeiten wird es reichlich Anregungen geben, die jede(n) Teilnehmer*in inspirieren werden, sich selbst in diesem Workshop „Neu“ zu (er-)finden.

Jeder Tag ist gegliedert in 2 Stunden Training am Vormittag 10h-12h. 1Stunde Mittagspause 12h-13h und anschließend 2 Stunden Workshop am Nachmittag 13h-15h.

Nach 15h werden die Teilnehmer*innen im Alleingang das neu erlernte Wissen und ihre geschöpften Ideen selbstständig ausprobieren können und in kleinen filmischen Sequenzen ihre Talente & Fähigkeiten erproben. Die Ergebnisse werden einfach per Mail oder via wetransfer an Franziska Roloff gesendet, die das Material qualitativ aufarbeitet. Sprachaufzeichnungen, Soundcollagen & Geräuschkulissen werden geschnitten und bearbeitet. Filmaufnahmen müssen mit unterschiedlichen Filtern in eine möglichst einheitliche Bildsprache gebracht werden, damit der optische Flickenteppich, der automatisch durch die unterschiedlichen Aufnahmegeräte entstehen wird, etwas abgefedert wird.

Zu den individuellen Einzelsequenzen wollen wir uns in den Nachmittagsstunden auch einem Gruppenmoment widmen und kleine gemeinschaftliche Dinge ausprobieren und einstudieren. Dies bringt die Stärke und Kooperationsfähigkeit des Teams enorm voran und spornt jede(n) Einzelne(n) weiterhin an, seine/ihre eigenen Werke dem Team nach seinen/ihren besten Möglichkeiten zu präsentieren.

Je nachdem wie die Talente und Ideen der Teilnehmer*innen ausfallen, können wir gemeinsam einen Song einstudieren, oder zusammen tanzen, eine Choreographie innerhalb der Videokonferenz erfinden oder einen Text chorischen sprechen.
Zusätzlich gibt es Recherche Aufgaben. Soll der Film zu den eigenen Soundcollagen mit passender Musik untermalt werden, benötigt die Gruppe gemafreie Musik, die im Netz kostenfrei angeboten wird. Hier ist etwas Geduld und eine gute Recherche von Nöten.

Eigene musikalische Fähigkeiten, die die Teilnehmer*innen mitbringen, können natürlich ebenso in den Film eingebunden werden und als besondere Komponente inszeniert werden.

Sollten einzelne Teilnehmer*innen nicht über die notwendigen digitalen Endgeräte (für die Videokonferenzen oder das Filmen) verfügen oder mangelt es an einem Raum, in dem die Teilnehmer*innen ungestört 4 Stunden täglich an einer Videokonferenz teilnehmen können, können wir unterstützen. Bitte sprecht uns schon bei der Anmeldung darauf an.

Für die Anmeldung nutzen Sie bitte unser Anmeldeformular.

Für Fragen stehen wir unter 0177-7071568 (inkl. WA und Signal), 03375-2465800 oder frank@kjv.de zur Verfügung.

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