Gedenkstättenfahrt 2026
Recap: KJV-Gedenkstättenfahrt 2026 nach Oświęcim/Auschwitz
7. bis 11. Mai 2026
An der Gedenkstättenfahrt des KJV nahmen 15 Jugendliche und junge Erwachsene aus Zeuthen, Eichwalde, Wildau, Schulzendorf und Königs Wusterhausen teil. Untergebracht war die Gruppe im Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim.
Donnerstag, 7. Mai 2026
Die Anreise nach Oświęcim erfolgte in Kleinbussen. Einer der Busse wurde dankenswerterweise von der Stadt Wildau zur Verfügung gestellt. Nach der Ankunft bezog die Gruppe ihre Unterkunft im Zentrum für Dialog und Gebet und bereitete sich auf die bevorstehenden Programmtage vor.
Freitag, 8. Mai 2026
Am 8. Mai 2026, dem 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, begann der erste Programmtag der Gedenkstättenfahrt.
Am Vormittag beschäftigte sich die Gruppe in einer Einführungseinheit mit einer Annäherung an die Geschichte der Shoa. Dabei ging es unter anderem um die Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen und die Bedeutung historischer Zeugnisse.
Anschließend sahen wir den Film „She Was There and She Told Me“ über die Überlebende Hannah Bar Yesha. Der Film schildert ihre Deportation aus Ungarn nach Auschwitz im Jahr 1944 sowie ihren weiteren Lebensweg bis zur Einwanderung nach Israel.
Nach dem Mittagessen besuchten wir die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz I, das Stammlager. Das Lager wurde 1940 auf dem Gelände ehemaliger polnischer Artillerie- und Armeekasernen eingerichtet. Viele Gebäude des ursprünglichen Lagerkomplexes sind bis heute erhalten. Während des Rundgangs besichtigten wir unter anderem ehemalige Häftlingsblocks, Gefängniszellen sowie Ausstellungen mit persönlichen Gegenständen der Opfer.
Den Tag beendeten wir mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde.
Samstag, 9. Mai 2026
Der dritte Tag der Gedenkstättenfahrt begann mit dem zweiten Teil des Besuchs der Gedenkstätte und des Museums Auschwitz-Birkenau. Der Rundgang führte durch das ehemalige Lager Auschwitz II-Birkenau, dessen Größe und erhaltene Überreste die Dimensionen des nationalsozialistischen Vernichtungsapparates bis heute sichtbar machen.
Zu den Stationen gehörten die sogenannte Rampe, an der die Deportationszüge ankamen, das ehemalige Frauenlager, die Häftlingsbaracken, die Zentralsauna sowie die Überreste der Krematorien und Gaskammern II und III. Außerdem besuchte die Gruppe das internationale Denkmal für die Opfer des Lagers.
Im Verlauf des Rundgangs wurden einzelne Biografien und Zeugnisse behandelt. Dazu gehörten die Schriftstellerin und Auschwitz-Überlebende Halina Birenbaum, der Häftling des Sonderkommandos Załmen Gradowski, dessen Aufzeichnungen zu den wichtigsten Quellen aus Birkenau zählen, sowie Alberto Errera, dem die heimlich angefertigten Fotografien des Sonderkommandos zugeschrieben werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Geschichte der Kinder und Jugendlichen in Auschwitz. Nach Angaben der Gedenkstätte wurden etwa 232.000 Kinder und Jugendliche nach Auschwitz deportiert.
Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Ausstellung „Klisze pamięci. Labirynty“ („Klischees der Erinnerung. Labyrinthe“) des ehemaligen Auschwitz-Häftlings Marian Kołodziej im Franziskanerkloster Harmęże. Die Zeichnungen und Texte entstanden Jahrzehnte nach seiner Haft und stellen eine persönliche Form der Erinnerung an seine Erfahrungen in Auschwitz dar.
Der Tag endete mit einer gemeinsamen Auswertung und Gesprächen über die Eindrücke des Tages.
Sonntag, 10. Mai 2026
Am letzten Programmtag besuchte die Gruppe das Café Bergson und das Jüdische Museum in Oświęcim, das sich neben der letzten erhaltenen Synagoge der Stadt befindet.
Den Rundgang leitete Juliane, eine deutsche Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Sie stellte die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Oświęcim vor und erläuterte anhand einzelner Biografien und historischer Entwicklungen das jüdische Leben in der Stadt vor dem Holocaust. Außerdem berichtete sie von ihrem Freiwilligendienst und den Möglichkeiten, sich in der internationalen Erinnerungsarbeit zu engagieren.
Am Nachmittag stand zunächst freie Zeit auf dem Programm, die die Teilnehmenden mit den Freizeitangeboten des Zentrums für Dialog und Gebet gestalteten.
Im Anschluss fand die gemeinsame Abschluss- und Auswertungsrunde der Gedenkstättenfahrt statt. In verschiedenen methodischen Einheiten wurden die Erfahrungen und Eindrücke der vergangenen Tage gemeinsam mit den Teilnehmenden reflektiert und besprochen.
Montag, 11. Mai 2026
Vor der Rückreise besuchte die Gruppe die Gedenkstätte “Alte Judenrampe” in Oświęcim. An diesem Ort kamen zwischen 1942 und 1944 zahlreiche Deportationszüge an, bevor die Gleisanlagen später bis nach Birkenau verlängert wurden.
Zum Abschluss des Aufenthalts legte die Gruppe dort gefaltete Papierkraniche nieder, die von einer Teilnehmerin vorbereitet worden waren.
Anschließend trat die Gruppe die Rückreise nach Wildau in Kleinbussen an.
Weiterführende Informationen
Zentrum für Dialog und Gebet Oświęcim:
Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau:
Ausstellung „Klisze pamięci. Labirynty“ von Marian Kołodziej:
https://harmeze.franciszkanie.pl/klisze-pamieci-labirynty/
Jüdisches Museum Oświęcim und Café Bergson:























