08 Mrz

Diskussion um Zukunft des Familienladens

Viele von Euch haben es mitbekommen: Hinter uns liegen turbulente Wochen voller Unsicherheit und Anstrengungen! Wir mussten um den Erhalt unseres Familienladens bangen!
Die Stadt Wildau hat einer Beschlussvorlage der Bürgermeisterin zugestimmt, die 50%-ige Personalkostenförderung für unsere hauptamtliche Koordinatorin einzustellen.
Im Januar 2021 haben wir von der Existenz dieser Beschlussvorlage erfahren. Trotz der Kurzfristigkeit haben wir nichts unversucht gelassen und all unsere Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine Änderung bzw. gar eine Abwendung besagter Beschlussvorlage zu veranlassen. Wir haben
1. zunächst an unsere Bürgermeisterin geschrieben und darum gebeten, die Pläne zu überdenken.
2. eine Präsentation vorbereitet, um damit in den Fachausschüssen unseren Stadtverordneten erklären zu können, was auf dem Spiel steht, wenn die Personalkostenförderung tatsächlich eingestellt wird.
3. alle Freunde und Unterstützer unserer „Seifenblase“ darum gebeten, uns zu unterstützen und sich mit einem persönlichen Statement an unsere Stadtverordneten zu wenden.
4. detaillierte Fragen der Mitglieder des Finanzausschusses beantwortet, die dankenswerter Weise am 26.01.2021 mehrheitlich die Vorlage nicht zum Beschluss empfohlen und sich damit für eine Fortführung der Personalkostenförderung ausgesprochen haben.
5. Am 11.02.2021 durften wir unser soziales Projekt im Bildungsausschuss der Stadt vorstellen und wir hofften, dass auch von dort ein starkes Bekenntnis für den Familienladen von den Ausschussmitgliedern ausgehen würde. Leider wurden wir eines „Besseren“ belehrt: Final wurde mit 5 (SPD+CDU/FDP) Stimmen gegen 3 (LINKE+BfW/Grüne) für die Beschlussvorlage und somit leider gegen unsere hauptamtliche Koordinierungsstelle gestimmt, was uns sehr traurig macht!!! Neben wenigen Befürwortungen einer Weiterfinanzierung war die Diskussion geprägt durch Statements wie: „Super, was Ihr macht…“ und „Niemand hat die Absicht, den Familienladen zu schließen…“, die dann aber weitergingen mit: „…aber, da ist ein Verwaltungsfehler, der korrigiert werden muss.“ und „Wir können da leider gar nichts machen.“. Man bezog sich immer wieder darauf, dass in der Vereinsförderrichtlinie der Stadt eine Personalkostenbezuschussung nicht vorgesehen sei und deshalb die nicht rechtssichere Vergabepraxis der letzten Jahre beendet werden müsse. Nun ist das aber eine Richtlinie, die eine Gemeindevertreterversammlung beschlossen hat, ergo auch von einer inzwischen Stadtverordnetenversammlung geändert werden könnte. Wir baten die Verwaltung um eine Prüfung, ob eine Förderung aus einem anderen Topf jenseits der „Vereinsförderung“ möglich wäre!
6. Am 16.02.2021 bekamen wir die Möglichkeit, unseren Familienladen im Hauptausschuss vorzustellen. Leider scheiterten wir auch hier mit unserer Bitte um Aufschub der Streichung der Mittel bis zur Erarbeitung einer guten Lösung. Ein Ausschussmitglied fabulierte gar, dass unser Trägerverein bereits seit 2018 von Problemen wüsste. Am Ende wurde mit 5 gegen 2 Stimmen die Beschlussfassung durch die SVV empfohlen.
7. Am 23.02.2021 wurde dann der Beschluss tatsächlich von der Stadtverordnetenversammlung gefasst, zukünftig keine Personalkostenförderung mehr für unseren Familienladen aus der „Vereinsförderrichtlinie“ zu gewähren. Zum Glück wurde die Vorlage noch kurzfristig von der Bürgermeisterin geändert, sodass wir nicht schon für Januar und Februar ohne die Personalkostenzuschüsse auskommen müssen.
Zuerst nun die gute Nachricht: Die Beschlussvorlage wurde in der Sitzung der SVV durch die Verwaltung geändert. So wurde dann mehrheitlich beschlossen, dass wir „erst“ ab März 2021 keinen Personalkostenzuschuss mehr bekommen. Somit waren wir zumindest nicht bereits zum Zeitpunkt der Beschlussfassung mit ca. 1.600 Euro im Minus (50% Personalkosten für Januar und Februar 2021).
Auch, wenn die Entscheidung also leider zu Ungunsten unseres Familienladens fiel, hatten wir so zum Zeitpunkt Ende Februar zumindest ein wenig Zeit gewonnen.
Die schlechte Nachricht: Unser großes Problem blieb leider bestehen. Uns fehlten ab März mind. die Hälfte der Personalkosten.
Wir mussten klären, was das für die andere Hälfte, nämlich den Teil, der vom Landkreis kommt, bedeutet. Glücklicherweise hat der Landkreis beschlossen, seine 50%ige Förderung – trotz Wegfalls der Finanzierung Wildaus – weiterhin bis zum Ende dieses Jahres aufrecht zu erhalten. So starteten wir Ende Februar einen Spendenaufruf für die verbleibenden 50% (ca. 5.ooo Euro für das laufende Jahr) – um mit unserem Herzensprojekt „Seifenblase“ weiterzumachen, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird.
Dank eingegangener Spenden von Privatpersonen, regionalen Unternehmen und Wildauer Stadtverordneten ist es uns möglich, die Finanzierung unserer Personalstelle zunächst bis zum Ende dieses Jahres fortzuführen. Dafür sind wir unsagbar dankbar (hier weiterlesen)!
Zur Lösungsfindung ab 2022 und darüber hinaus befinden wir uns derzeit in Gesprächen mit dem Landkreis. Auch die Stadt Wildau hat uns diesbezüglich ein Gesprächsangebot unterbreitet. Unser Träger, der KJV e.V., darf auf Grund des Beschlusses einer Tischvorlage in der SVV vom 23.02.2021 auch Mittel aus der Vereinsförderung für die Monate März bis Dezember 2021 beantragen, die wir aber leider nicht für die Finanzierung von Personalkosten verwenden dürfen.
Wir danken allen Spender:innen, fleißigen Mailschreiber:innen und Unterstützer:innen, die zu diesem Zwischenergebnis beigetragen haben.
Selbstverständlich informieren wir Sie / Euch zeitnah über alle neuen Entscheidungen und Entwicklungen!
Drückt uns weiterhin die Daumen!
dankbare Grüße von Euerm Seifenblasen-Team
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